Der Salon

Salon suggeriert einen Ort, wo man sich zum Kennenlernen und geistigen Austausch in geselliger Atmosphäre trifft – ein Nachklang an die Pariser und Berliner Salons von einst. Die Themen waren der Philosophie und ihren Wissenschaften gewidmet.

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Das Optische Kabinett wurde als Lehr-Museum eingerichtet. Erfahren Sie, wie eine optische Täuschung funktioniert oder schauen Sie sich einen rustikalen Fernschreiber aus dem letzten Jahrhundert an. Erleben Sie auch, wie Elektrizität und vieles mehr entsteht.

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Der Philosophische Salon Frankfurt am Main stellt sich vor . . .

. . . und gleich zu Anfang Philosophie hat gemeinhin keinen guten Ruf. Man sagt ihr nach, sie widme sich lebensfernen Themen, pflege einen den Laien irritierende, verklausulierte Sprache, und ihre Vertreter wollten in ihren elitären Zirkeln unter sich bleiben. Unsere Sicht ist sehr viel anders. Auch wir reden von Philosophie. Aber wir wollen verstanden werden, und so bemühen wir uns um eine knappe, klare Sprache. In der Mitte steht der Mensch. Der sprudelnde Quell der Weisheit ist das Leben selbst. Kommen Sie also zu uns.

Wir sind die Erben der antiken Philosophie.

Angewandte Philosophie.

Um was geht es uns?
Mit der kulturellen Einrichtung eines philosophischen Salons sollte im Frankfurter Raum eine Nische besetzt werden: Nämlich die Vermittlung von interdisziplinärem Bildungsgut an aufgeschlossene Mitbürger – vom Schüler bis zum Senior, allen, denen rege Geistigkeit Lebensinhalt ist. Ist der Gedanke so neu? Es kommt darauf, was man damit verbindet. Zwischen dem Eintrichtern von sprödem Wissen und dem Vermitteln von lebendiger Bildung – das wissen wir aus elenden Schulzeiten – besteht ein diametraler Gegensatz. Bildung resultiert aus der Reflexion über gelerntes Wissen. Wir gehen noch einen Schritt weiter. Der Erwerb von Bildung kann ein spannendes Abenteuer sein. Unsere kosmische Welt wird immer rätselhafter – ein Phänomen, dem wir mit STAUNEN begegnen. Unser Anliegen: daß unsere Besucher auch so etwas wie FREUDE empfinden – angesichts der einst so gefürchteten Exakten Naturwissenschaften: In Mathe war ich immer schlecht…

Die Welt löst sich in Rätseln auf

Der Philosophische Salon Frankfurt am Main startete im Februar 2014 seine Veranstaltungsreihe in der Frankfurter Denkbar und musste rasch aus Platzgründen in einen größere Standort in Bockenheim ausweichen. Seit Juli 2015 hat der Philosophische Salon Frankfurt am Main nun eine feste Adresse in der Burgfriedenstraße 17, in Frankfurt-Rödelheim.

Hier finden monatliche Vorträge mit wechselnden und interessanten Referenten statt, die sich um Themen der Philosophie bis hin zu den Naturwissenschaften bewegen.


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Aktuelle Veranstaltung:

07. Dezember 2017 
Thema: Das Enneagramm (wird eine interaktive Runde)
Referent: Detlev C. Pöpsel

Beginn 19:00 Uhr
(Einlass ab 18:00 Uhr)

Um was geht es?
Es geht um die Frage: wer sind wir. Das Enneagramm ist ein typologisches System, das die Vielfalt des Phänomens Mensch als geistiges Wesen in neun Kategorien gliedert. Dazu wurde ein psychologischer Fragebogen entwickelt, der am Ende der Auswertung zu einem plausiblen Ergebnis kommt. Plausibilität ist nicht Sicherheit. Die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß der Proband zu diesem oder jenem Typus gehört, mit ergänzenden Tendenzen, die – schwächer ausgeprägt – auch in eine andere Richtung deuten können. Nachfolgend wird der elementare Zusammenhang zwischen Beobachtung und Interpretation, auch in anderen Wissenschaften, etwas ausführlicher behandelt.

Nun gibt es außer dem Enneagramm noch eine Anzahl anderer psychologischer Tests – etwa die Schriftprobe für den Graphologen, den Farbentest nach Lüscher, den Baumtest, den ausgeklügelten Rorschachtest mit den Tintenklecksfiguren – nicht zu vergessen die Traum-analytik, die kaum noch zu tun hat mit den ursprünglichen Freud’schen sexualbezogenen Deutungen. Psychologische Tests sind – oder waren – auch als private Unterhaltung spannend und populär, und dennoch geisterte da immer ein Ruch von Esoterik, Magie, ja Nonsens mit. Auch dieser Frage wollen wir uns stellen: Was kann ein Test leisten? Seine Seriosität steht außer Zweifel, wenn die Rahmenbedingungen der Prüfung eingehalten werden und die Erwartungen an die Aussagekraft nicht überspannt sind.

In den exakten Naturwissenschaften, etwa der Chemie und der klassischen Physik, kannte man (außer in einigen spektakulären, lange ungeklärten Fällen) dieses Problem nicht – nämlich den Zweifel an einer eindeutigen Abhängigkeit zwischen Ursache und Wirkung. Seit der Entdeckung der Heisenbergschen Unbestimmtheitsrelation (bitte anderswo nachlesen!) war die strenge Kausalität auch in den Naturwissenschaften nicht mehr selbstverständlich. Die Diskussion entbrannte mit großer Heftigkeit um die Quantenmechanik: Die experimentellen Ergebnisse – gleichzeitige Messung von Position und Impuls z. B. eines Elektrons – waren nur dann schlüssig, wenn Gewißheit durch Wahrscheinlichkeit ersetzt wurde. Einstein hat die Wahrscheinlichkeit nie akzeptiert (Gott würfelt nicht), sie wurde aber in der Kopenhagener Interpretation unter der Federführung von Nils Bohr durchgesetzt. Immer gilt: auch die Physik sucht nicht nach einer Wahrheit, sondern nach einem Modell, das am besten empirische Funde wiedergibt. Der Verzicht auf strenge Kausalität war, auch mental, ein schwieriger Schritt.

Auch in anderen Wissenschaften war das Problem bekannt und gefürchtet, nämlich daß man zweifelsfrei gesicherte Beobachtungen nicht adäquat deuten konnte – beispielsweise in der Archäologie. Manchmal hatte man Glück: Als es um 1800 darum ging, die ägyptischen Hieroglyphen zu entziffern, wurde – welch ein epochaler Glücksfall! – der Stein von Rosette im Nildelta gefunden: Den Hieroglyphen stand 1:1 ein griechischer Text gegenüber. Das war der Schlüssel zur Dekodierung der rätselhaften Bilderschrift. Pech hatten die Etruskologen: Es gibt reichlich Schriftstücke in etruskischer Sprache, geschrieben in lesbarem Griechisch oder Latein – was nützt es: Wir wissen nicht, was die Wörter bedeuten, und auf das Auftauchen eines etruskischen Stein von Rosette darf man kaum noch hoffen.
Man muß also einen Code kennen, vergleichbar einem Wörterbuch für Fremdsprachen, will man aus Beobachtungen exakte Erkenntnisse gewinnen. In der Psychologie ist eine Deko-dierung, ähnlich einer Sprachenentzifferung, prinzipiell nicht möglich. Ontologische Gründe lassen das nicht zu. In den vorgenannten Wissenschaften, also beispielsweise (klassische) Physik oder Archäologie, ist der Beobachter das Subjekt, das sich durch geschickte Methodik exakte Kenntnis von einem unbelebten Objekt beschafft. Das Objekt wird nicht durch eine Interaktion des Tests verändert (vergessen wir mal für einen Augenblick Heisenberg und die Quantenmechanik). Der Vorgang von Frage und Antwort spielt sich auf der durch die Sinne oder Meßgeräte zugänglichen Ebene der (kognitiven) Wahrnehmung ab.

Bei psychologischen Tests hingegen ist die Interaktion zwischen Beobachtung und Proband unvermeidlich und auch unverzichtbar. Ontologisch betrachtet spielt sich der Test auf zwei Ebenen ab:
A. Frage bzw. Aufforderung an den Probanden: a) Lesen (und Verstehen!) einer Reihe von Fragen (Enneagramm); b) Vorlegen einer handgeschriebenen Schriftprobe (Graphologie); c) Aufforderung, aus einer Palette von (meist 8) Farben nach Affinität oder Ablehnung eine Standardfarbe auszuwählen (Lüscher-Test); d) Aufforderung, einen Baum zu zeichnen (Baumtest); e) Vorlage eines standardisierten (symmetrischen) Faltbilds aus einem (stilisierten) Tintenklecks und Aufforderung, sich spontan mit einer Deutung zu äußern (Rorschach-Test); f) Aufforderung, über sich wiederholende Traum-Themen zu berichten (Traumdiagnostik).
B. Der Proband, der kognitiv die Frage bzw. Aufforderung verstanden hat, befindet sich mit der Suche nach Antwort nun auf der Ebene der Erfahrung und der geistigen Auseinander-setzung: hier findet die kognitive-emotionale Interaktion statt. Sinnfälligkeit und Meßbarkeit entfallen völlig. Der Proband ist nicht mehr statisches, unbelebtes Objekt (wie ein Mineral oder ein archäologisches Artefakt). Seine Kenntnis davon, was von ihm gefordert wird, bewirkt suggestiv eine mentale Veränderung, die mit in die Auswertung eingeht. Am Ende resultiert aus dem Test eine Diagnose, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit das Richtige trifft.

Nun schließt sich natürlich die Frage an: Wie findet die Psychologie plausible Diagnosen, wenn sie sowohl auf exakte Experimente als auch einen lexikalischen Code verzichten muß? Werfen wir einen Blick auf die prinzipiellen Probleme:
a) Für den lebendigen, interagierenden Menschen sind konstante, wiederholbare Testbe-dingungen schwer zu realisieren. Nur das Grobe läßt sich steuern: kein Alkohol, keine Übermüdung, keine akuten Belastungen, behagliches Umfeld. Es empfiehlt sich, die Tests dreimal zu wiederholen, mit einigem Zeitabstand, und mögliche Abweichungen zu werten.
b) Der interaktive Einfluß der Testtypen ist recht verschieden, etwa zwischen dem anspruchs-vollen Enneagramm und dem Anfertigen der Zeichnung eines Baums oder der Auswahl einer Farbe. Dem Vorzug des Enneagramms einer beträchtlichen Informationsdichte steht die Gefahr der Manipulation entgegen. Die Aufforderung zu größtmöglicher Ehrlichkeit sich selbst gegenüber beim Beantworten der Fragen wäre beim Lüscherschen Farbtest unnötig. Die Fragen sollten also so gewählt und positioniert, auch mit Scheinfragen verflochten sein, daß der Proband keine Vermutungen über seine Zuordnung anstellen kann.
c) Das Kernproblem ist natürlich der zutreffende Rückschluß aus den Testwerten auf den Charakter des Probanden. Hierzu eine grundsätzliche Mahnung: Eine psychologische Diag-nose muß moralisch wertfrei sein. Das Enneagramm ist bereits so angelegt. Wir forschen nach neutralen Eigenschaften und deren Ausprägung. Das war in der psychologischen Diagnostik nicht immer so. Wir sind es gewohnt, in Gegensätzen zu denken, wie gut-böse, schön-häßlich, friedlich-aggressiv etc. Wie sollte aber ein charakterologischer Kanon beschaffen sein, der antagonistische Paare wie gut-böse als eine untrennbare Entität begreift und dafür eine Bezeichnung finden muß? Hier ein Beispiel aus der

Graphologie:
Zu Zeiten von Ludwig Klages, dem Begründer der Ausdrucksgraphologie, war es in grapho-logischen Gutachten durchaus üblich, nach „gut“ oder „böse“ zu unterscheiden. Allerdings versuchte Klages das mit einem Kniff, der keineswegs überzeugte. Etwa bei dem Merkmal nach links geneigte Schriftlage gab es eine negative Deutung, nämlich „Verlogenheit“, und eine neutrale oder positive, nämlich „Schutzbedürfnis“. Existiert ein Wort für die gemeinsame Entität, auf die die linke Schräglage der Schrift hinweist? Das Problem wäre sicher ein paar Gedanken wert. Bis in die 70er Jahre wurde von Personalchefs die Unsitte gepflegt, daß der Bewerber um einen Job einen handgeschriebenen Lebenslauf einreichen mußte. Der wurde von einem Graphologen begutachtet, ob der Kandidat tauglich erschien oder nicht.

Es steht außer Frage, die Ergebnisse aller psychologischen Tests – unter strengen Bedingungen durchgeführt – repräsentieren individuelle Eigenheiten einer Persönlichkeit, nicht weniger zwingend als biometrische Erkennungsmerkmale, wie Fingerabdrücke. Das Problem ist durchaus geläufig: Zu viele Einflußgrößen sind am Zustandekommen eines beobachteten Phänomens beteiligt – mehr oder weniger. Denken wir an das Phänomen Wetter. Nehmen wir an, es existierte ein Wettergott: Was könnten wir über ihn aussagen, was für ein Typ er ist: humorvoll, cholerisch, langweilig, rachsüchtig. Zunächst tappen wir im Dunklen, aber je häufiger wir das Wetter beobachten, um so besser lernen wir unseren Wettergott kennen. Ja noch mehr: was könnte er morgen vorhaben? Auf die Psychologie übertragen: Wann darf man einem psychisch belasteten Straftäter nach Resozialisierung Freigänge erlauben? Daß es hierbei zu tragischen Irrtümern gekommen ist, ist wohlbekannt.

Die psychologische Diagnostik kann auf einen großen Fundus an Menschenkenntnis und Erfahrung mit sozialen Beziehungen zurückgreifen. Es ist der Normalzustand, daß wohl Daten in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, aber die Interpretation stets mit Lücken und Fragezeichen behaftet ist. Trotz der Anwendung gewisser aus Erfahrung gewonnener Regeln sind noch immer Intuition und Empathie des Diagnostikers von Gewicht.

Der Philosophische Salon verfolgt ein Projekt, mit einer Probandengruppe mehrere psycho-logische Tests durchzuführen und die Ergebnisse zu vergleichen. Wer möchte mitmachen?

Wir wünschen Ihnen einen anregenden Abend mit unserem Referenten Detlev C. Poepsel.

Jürgen Knies und Hans D. Pflug


 

Ort: Philosophischer Salon Frankfurt am Main

Burgfriedenstraße 17, 60489 Frankfurt-Rödelheim

Eintritt: 5,00 Euro. (Im Kostenbeitrag ist ein Getränk und kleines Gebäck inbegriffen)

 



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